Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände
Nach einem 7:1 und einem 3,5:4,5 voll im Rennen
Text von Madeleine Schardt.
Nach dem fulminanten Auftaktsieg gegen das Nachbarland Rheinland-Pfalz – ein ungefährdeter 7:1-Erfolg – ging es in der zweiten Runde gegen den Titelanwärter Sachsen-Anhalt.
Es fehlten unsere Spielerinnen an Brett 1 und Brett 3, doch motivierte Ersatzspielerinnen standen bereit. Die Favoritenrolle lag klar bei Sachsen-Anhalt, doch unser dynamisches Team hielt mit großem Einsatz dagegen.
Schon früh zeichnete sich ab, dass es ein spannender Mannschaftskampf werden würde. Michelle remisierte an Brett 4 bereits in einer frühen Phase der Begegnung – gegen eine stärkere Gegnerin und aus einer ausgeglichenen Stellung heraus ein völlig solides Ergebnis.
Rosalie opferte an Brett 6 mutig eine Figur auf f7 und blies zum Angriff. Birgit, Daniela und Sofiia standen im Mittelspiel eher passiv, während Mari und Ivana aktiv nach vorne spielten und Initiative entwickelten.
Mit dem Übergang in die Zeitnotphase wurde es zunehmend hektisch. Birgit fand im Mittelspiel keinen Weg, die aktiven weißen Figuren zu neutralisieren, und musste angesichts drohenden Figurenverlusts aufgeben. Mari erkämpfte sich gegen ihre stärker eingeschätzte Gegnerin ein solides Unentschieden.
Rosalies Figurenopfer zahlte sich aus: Sie erhielt aktives Spiel und konnte ihre Vorteile nach der Zeitnotphase konsequent verwerten, sodass die Partie schließlich recht schnell zu ihren Gunsten entschieden wurde – Ausgleich zum 2:2.
Diana stand zwischenzeitlich sogar auf Gewinnkurs, fand jedoch in der Zeitnotphase nicht die richtige Zugfolge. Nach dem 40. Zug bot sie Remis an, das ihre Gegnerin dankend annahm. Hier spielten sicherlich auch die Nerven eine Rolle – gleichzeitig gilt: Mit jeder Partie wächst die Erfahrung.
Ivana erkannte die Möglichkeit, eine Figur zu gewinnen, wickelte die Stellung jedoch nicht ganz präzise ab. Dadurch konnte ihre Gegnerin ausreichend Gegenspiel entwickeln, und die Partie verflachte schließlich in ein Dauerschach.
Sofiia gelang es leider nicht mehr, ihre Stellung zu verbessern. Nachdem im weiteren Verlauf mehrere Bauern verloren gingen und kein ausreichendes Gegenspiel mehr vorhanden war, musste sie die Partie schließlich aufgeben.
Damit stand es 3:4 für Sachsen-Anhalt. Daniela erhielt die Chance, die Stellung auszugleichen, und nutzte diese konsequent. Ihre Gegnerin bot daraufhin Remis an – wohlwissend, dass damit der Mannschaftskampf entschieden gewesen wäre.
Im Sinne der Mannschaft lehnte Daniela das Remisangebot ab und versuchte alles, um doch noch den vollen Punkt zu holen. Am Ende gelang dies leider nicht, sodass wir den Mannschaftskampf knapp mit 3,5:4,5 verloren haben.
Dieser Kampf hat jedoch eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt. Trotz der Ausfälle haben wir dem Favoriten alles abverlangt und bis zur letzten Partie um den Mannschaftspunkt gekämpft. Mit diesem Team ist noch vieles möglich.
Wer das Team live verfolgen möchte, kann das mithilfe der Lichess-Übertragung tun: Link
