Mattgesetzt #12

Von Fabian Czappa veröffentlicht 01.05.2026

Fabian Czappa bittet Simon Claus zum Gespräch über die Bedeutung des Schulschachs im Breitensport und in der Vernetzung zwischen Verein und Schule, sowie über das Staufer-Open.

Fabian Czappa: Hallo, Simon. Du bist Landesschulschachreferent bei der Hessischen Schachjugend. Wie funktionieren Verband und Schule zusammen?

Simon Claus: Mein Hauptpunkt in der HSJ ist die hessischen Schulschachwettbewerbe, und das heißt: Wir sind im System Schule. Darin ist es wichtig, alle rechtlichen Vorschriften für Schulveranstaltungen einzuhalten. Deswegen gibt es die Kopplung zwischen der HSJ, die die Organisation übernimmt, und dem Ministerium, das die Wettbewerbe als offizielle Schulveranstaltungen anerkennt. Insbesondere für die Versicherung ist das wichtig: Wenn es am Ausrichtungsort oder auf dem Hin- und Rückweg passieren würde, gäbe es sonst ein riesiges Problem, was bedeuten würde, dass wir diese nicht durchführen könnten.

Fabian: Also kennen die dich im Ministerium auch?

Simon: Klar. Als Landesschulschachreferent bin ich im Vorstand der hessischen Schachjugend und zugleich im erweiterten Präsidium des hessischen Schachverbandes. Die Schulschachwettbewerbe sind anerkannte Schulsportwettbewerbe, was bedeutet, dass ich mindestens ein Treffen im Jahr mit den Wettbewerbsbeauftragten des Kultusministeriums habe. Gleichzeitig stehe ich mit der zuständigen Fachstellenleiterin in Kontakt, und es gibt auch eine kleine finanzielle Förderung, die durchaus wichtig ist, um die Preisgestaltung so zu gestalten, dass sie attraktiv ist.

Fabian: Du redest von den Schulschachwettbewerben. Welche gibt es da?

Simon: Fangen wir beim hessischen Schulschachpokal an, den gibt es im Prinzip seit 1995. Die ersten zwei Jahre hat er mit Coca-Cola als Sponsor angefangen, danach war Siemens zwei Jahre lang Sponsor, und seitdem haben wir es in Hessen geschafft, den Schulschachpokal ohne Sponsor weiterzuführen, weil es ein großartiges Breitensportturnier ist. Mittlerweile haben wir Teilnehmerzahlen, die alle früheren übersteigen, auch die vor der Corona-Pandemie.

Dann gibt es den hessischen Schulschachmannschaftswettbewerb. Das ist der Hauptwettbewerb, in dem sich die Hessenmeister für die deutschen Schulschachmeisterschaften qualifizieren und anschließend auf Bundesebene mit den stärksten Teams messen können.

Zuletzt hatten wir noch bis vor einigen Jahren in Frankfurt das Turnier Hibbdebach gegen Dribbdebach. Das war auch ein großes Breitensportereignis, vorwiegend für die Schulen im Frankfurter Raum. Dieses findet seit dem Rückzug der Frankfurter Sparkasse als Sponsor nicht mehr statt, da es zudem schwierig wurde, den Saal anzumieten. Auch beim Schachversand, der uns das ganze Spielmaterial gestellt und sich um die Pokale und sonst was gekümmert hatte, gab es personelle Veränderungen.

Fabian: Wir sind doch beim Hessischen Schachverband bzw. bei der Hessischen Schachjugend. Warum brauchen wir da wen für das Spielmaterial?

Simon: Hier muss man immer aufpassen. Wenn wir 400 Satz Spielmaterial brauchen und das von verschiedenen Stellen zusammensuchen müssen, gibt es ein großes Durcheinander. Aus all den Gründen findet Hibbdebach-Dribbdebach im Augenblick nicht statt, aber das Interesse ist groß und falls sich wieder etwas ergibt, ist die Tür nicht zu.

Fabian: Bevor ich dich zu den einzelnen Veranstaltungen frage, musst du mir vorher erklären: Schulschach – wie finde ich ein Team, wie wird das organisiert?

Simon: Im Regelfall gibt es Schulschach-AGs in verschiedenen Modellen. Das Eine, das aber in der Minderheit ist, hängt an einer Lehrkraft, die etwas mit Schach zu tun hat und von sich aus Lust hat, eine Arbeitsgemeinschaft an der eigenen Schule anzubieten. Dafür werden in der Regel auch Zeiten auf die Deputatsstunden angerechnet, also auf die Zeit, die die Lehrkraft unterrichten muss. Häufig gibt es Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen, bei denen nette Vereinsmitglieder die AGs leiten. Das geht Hand in Hand mit dem Ganztagsgedanken in den Schulen, der immer weiter Einzug hält.

Ab August 2026 wird es an den Grundschulen die Pflicht geben, ein Nachmittagsangebot anzubieten, und die Schulen können das natürlich gar nicht selbst auf die Beine stellen, sondern sind auf außerschulische Partner angewiesen. Und das ist genau die Tür, die es zu öffnen gilt, bringt aber mit Sicherheit auf der anderen Seite auch Schwierigkeiten mit sich. Wenn die Kinder bis tief in den Nachmittag in der Schule sind – und das bereits im Grundschulalter –, gräbt man ein bisschen an der Vereinsthematik, weil es nicht unbedingt immer ganz so einfach ist, sie anschließend auch noch für den späten Nachmittag oder den frühen Abend in den Verein zu kriegen.

Insofern also diese Anbindung zwischen dem Schulschachreferenten in der Schachjugend und dem offiziellen Landeskoordinator beim Ministerium, das ist was, was im Prinzip halt auch zwingend in einer Person vonstattengehen muss, die das Ganze zusammenführt, organisiert und ein Ansprechpartner ist.

Fabian: Sagen wir mal, ich möchte eine Schach-AG betreuen. Hilfst du mir dabei?

Simon: Für die erste Organisation kannst du mir schreiben. Danach gibt es das Schulschachpatent, wo man im Zweifel, wenn man noch keine Kenntnisse hat, so ein bisschen die Grundlagen mit auf den Weg bekommt, was es zu beachten gilt. Dort geht es um das System Schule für alle Schachbegeisterten außerhalb der Schulen und um Schach bzw. dessen Vermittlung für alle Lehrkräfte, die erstmal nichts mit Schach zu tun haben. Früher habe ich den einen oder anderen Kurs gemacht, aber im Augenblick fehlt mir die Zeit dafür. Uwe Brehm aus Rotenburg richtet die Patentkurse aktuell aus, sodass alle Interessenten, egal aus welchem Bereich sie kommen, etwas mitnehmen.

Die Schach-AGs gibt es in Grundschulen und auch an weiterführenden Schulen. Manche Schulen sind ein bisschen weiter und vertiefen das im Rahmen ihres Schulprogramms: Schach zum Beispiel auch im verpflichtenden Bereich, im Wahlunterricht oder im Wahlpflichtbereich als Fach direkt mit dabei. Es gibt aber auch, höre ich immer wieder, Schulen, die Schach-AGs haben und nicht an Wettbewerben teilnehmen. Hier geht es also auch darum, zu sehen, wie wir uns in diesem Zusammenhang besser vernetzen können. Und umgekehrt, dass die Schüler und Schülerinnen, die an Wettkämpfen teilnehmen und vielleicht gar keine Schach-AG haben, weil sie sich nur aus Vereinen kennen, dazu aufgerufen sind, Schach in die Breite zu bringen und Schach an die jeweilige Schule anzubieten.

Die AGs laufen über den Nachmittag, und häufig schließt man dort einen entsprechenden Vertrag mit der Schule, sodass die Arbeit auch gut bezahlt wird, wenn man dort ein Angebot macht. Insofern eigentlich eine lukrative Sache. Wir bekommen aber immer wieder Anfragen, insbesondere von Schulen, dass es einfach zu wenige Leute gibt, die Zeit und Lust haben, in die Schulen zu gehen und das anzubieten. Also der Bedarf ist viel höher als der, den wir anbieten können, und jeder, der Lust hat, Kindern Schach beizubringen, ist immer herzlich eingeladen, in die Schulen zu gehen, um die Kinder dort für Schach zu begeistern.

Fabian: Gut, wir haben es geschafft, uns in einer AG zusammenzufinden. Wie geht es bei den Wettkämpfen weiter?

Simon: Im Wettkampfbetrieb gibt es verschiedene Wettkampfgruppen mit unterschiedlichen Intentionen. Das fängt mit der Wettkampfgruppe Grundschulen an. Im Augenblick gibt es eine Aufteilung in Grundschule Klasse 1 und 2 sowie Grundschule Klasse 3 und 4, und es gibt noch eine Sonderwertung für die Grundschulmädchen. Dazu gibt es auch eine komplett eigene Meisterschaft auf deutscher Ebene, die speziell der Mädchenförderung dient. Im Schulschach gibt es die gleiche Thematik rund um die Mädchenförderung wie im Vereinsschach.

Dann gibt es die Jahrgangsstufe WK IV. Das ist so für 10 bis 12 Jahre. WK III ist dann 13 und 14. Dann haben wir die WK II. Das sind so 14, 15, 16 Jahre. Früher gab es die WK I; wir in Hessen nennen die jetzt WK O für die Oberstufe, die geht bis zur einschließlich 13. Klasse. Aufgrund der Abiturtermine gibt es keine deutsche Meisterschaft mehr, weil irgendein Bundesland immer gerade Abitur schreibt.

Und dann gibt es noch eine eigene Wettkampfgruppe Mädchen, die eben nochmal speziell zur Mädchenförderung ausgelegt ist, und zusätzlich haben wir noch eine Wettkampfgruppe der Haupt- und Realschulen, damit auch die Schulen, die nicht im gymnasialen Umfeld tätig sind, ein eigenes Betätigungsfeld haben. So soll verhindert werden, dass die Jugendlichen gleich von den Gymnasiasten überfahren werden, sondern auch Erfolgserlebnisse sammeln und die Freude, die sie am Schach haben, genauso weitertragen können.

Fabian: Lass mich mal nach dem Schulschachpokal fragen, der ist ja riesig. Wie stemmt ihr das?

Simon: Beim Schulschach insgesamt, aber insbesondere beim Pokal, haben wir wirklich gigantische Teilnehmerzahlen. Früher gab es mit den Sponsoren noch ein riesiges Bundesfinale, aber das ist damit weggefallen. Neben Hessen gibt es noch andere Bundesländer, die den Pokal bei sich ausrichten, weil es gerade um den Breitensportgedanken geht, und man merkt, dass die Schülerinnen und Schüler einfach mal in entspannter, lockerer Atmosphäre ein paar Partien Schach spielen. Das heißt auch, dass die Schiedsrichter über einiges hinwegsehen, was den Regeln nicht unbedingt entspricht, solange es dem Spaß der Kinder dient.

Insofern ist der Schulschachpokal die Einführung und das Basisturnier, und wir hatten dort im letzten Jahr 136 Mannschaften, also knapp 700 Schülerinnen und Schüler, die sich zum Schachspielen getroffen haben. In den letzten Jahren haben wir das in Karben an der Kurt-Schumacher-Schule ausgerichtet, an der ich selbst stellvertretender Schulleiter bin, was die ganze Sache ein bisschen erleichtert. Eine Mammutveranstaltung für 700 Leute plus noch Betreuungspersonal, das macht man nicht einfach mal mit Links, sondern da gehört ein riesiger Organisationsaufwand dazu. Wenn ich das alles zusammenzähle, waren rund 50 Helfer im Einsatz rund um den Schulschachpokal.

Das heißt, am Tag selbst waren es zehn Schiedsrichter, die in der großen Aula, in der Sporthalle und noch in einem großen Kunstraum im Einsatz waren, um allen teilnehmenden Mannschaften auch die Teilnahme zu ermöglichen. Ursprünglich hatten wir 120 Mannschaften als Teilnehmerbegrenzung ausgeschrieben, dann gab es aber mehr Anmeldungen, und um ihnen auch die Teilhabe zu ermöglichen, haben wir dieses Jahr in den Kunstraum expandiert. Die Schwierigkeit ist es heutzutage, überhaupt Hallen zu finden, in denen man das Ganze machen kann. Die Hallen dürfen im Prinzip nichts kosten, weil zusätzliche Tausende Eure an Gebühren den Pokal in Bereiche bringt, die finanziell gar nicht machbar sind.

Fabian: Ihr könntet prinzipiell Startgelder erheben.

Simon: Ich bin grundsätzlich kein Freund von Startgeldern im Schulschach, nur damit irgendwelche Hallengebühren bezahlt werden können. Der Vorteil an meiner Schule ist, dass ich eigene Schüler und Kurse habe, die in der Vor- und Nachbereitung mit eingebunden sind, und auch die Stadt, die mit Tischen und Stühlen hilft. Unsere Technik-AG an der Schule kümmert sich am Tag um die Technik, und wir haben noch ein eigenes Verpflegungsangebot, das auch wieder von Schülerinnen und Schülern angeboten wird, um dieser Großveranstaltung einen würdigen Rahmen zu geben.

Aber man darf wirklich nicht vergessen: Für diesen einen halben Tag ist das ein immenser Arbeitsaufwand, der nur dadurch geht, dass ich an meiner Schule samt eigenem Personal genügend Freiheiten habe.

Fabian: Und obwohl es so viele Mannschaften gab, hat es wieder wunderbar geklappt.

Simon: Danke natürlich auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, vor allem unseren Schiedsrichtern, die nun alle den entsprechenden Schach-Background haben müssen. Die kommen aus allen möglichen Teilen Hessens extra angereist und nehmen sich teilweise Urlaub, um den Tag dort mitzugestalten.

Fabian: So viel zum Pokal. Funktionieren die Meisterschaften ähnlich?

Simon: Bis vor drei Jahren wurden diese in den einzelnen Wettkampfgruppen mit Vorrunden ausgespielt und anschließend mit einem Landesfinale gekrönt. Das hatte allerdings die Schwierigkeit, dass Freistellungen für Lehrerinnen und Lehrer nicht ganz einfach sind, und wenn man dann auch noch eine besondere aktive Schule ist, kommen da schnell sieben, acht, neun, zehn Termine zustande. Das wird zu einem Problem, wenn die AG an einer Person hängt.

Da wurde es immer schwieriger, erstens gemeinsame Termine zu finden und zweitens die Freistellung der Kolleginnen und Kollegen durchzubekommen, weshalb es häufig zu kurzfristigen Absagen kam. Daher haben wir das System vor zwei Jahren umgestellt und spielen die WKs als Tagesveranstaltungen aus, was dennoch nochmal vom Schulschachpokal abgegrenzt sein soll. Die werden an verschiedenen Orten ausgetragen, dieses Jahr zum Beispiel eine Wettkampfgruppe an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel und eine an der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg.

Die jeweiligen Hessenmeister qualifizieren sich dann für die deutschen Schulschachmeisterschaften. Hauptverantwortlich ist hier die deutsche Schachjugend, die dann wiederum versucht, lokale Ausrichter zu finden – ähnlich wie bei den DVMs. Ich begleite DSSM schon seit fast 30 Jahren. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis für Schülerinnen und Schüler und unterscheidet sich bereits deutlich von den deutschen Vereinsmeisterschaften, bei denen der Leistungsgedanke viel stärker eine Rolle spielt. Hier geht es darum, dass es ein kulturelles Angebot gibt, ein Mitmachangebot, und dass die einfach noch eine schöne Zeit haben und nicht ausschließlich Schach spielen.

Und man hat auch viele dabei, gerade in jüngeren Altersklassen, die keine Vereinszugehörigkeit haben, für die das einfach ein Riesen-Event ist, und natürlich auch für die Schulen. Nichtsdestotrotz ist der Kostenfaktor, wie man natürlich hier auch berücksichtigen muss, immer der entscheidende Faktor. Früher wurden die deutschen Meisterschaften im Schulschach ausschließlich in Jugendherbergen ausgetragen. Jetzt sind die Meisterschaften im Grundschulbereich so groß geworden, dass man mittlerweile auf ein Hotel angewiesen ist, was natürlich gewisse Kosten mit sich bringt.

Wir sind natürlich immer bestrebt, alle Plätze, die uns als Hessen zustehen, auch zu besetzen und erfolgreich abzuschneiden. Es gibt immer mal spannende Sachen, bei denen es schöne hessische Erfolge gibt. Und in manchen Wettkampfgruppen ist man manchmal auch ganz am hinteren Ende, aber das Wichtigste ist, dass man Freude am Schach hat und diese Freude dann auch wieder mit in die Schulen trägt.

Fabian: Du begleitest sie seit so vielen Jahren? Was heißt das?

Simon: Ich selbst richte jetzt seit zwei Jahren wieder die WK IV aus. Wir hatten mal einige Jahre Pause gemacht; zuvor hatten wir schon öfter eine WK ausgerichtet. In der WK IV dürfen gleich die zwei Besten aus jedem Landesverband kommen, was dann 36 Teams sind, die sich in der Jugendherberge Bad Homburg treffen. Hier gibt es dann auch ein schönes Freizeitprogramm drumherum mit der Möglichkeit, Minigolf zu spielen, einen Ausflug zum Römerkastell Saalburg zu unternehmen oder ins Seedammbad zu gehen und dann abends noch ein Tandem-Turnier oder Ähnliches zu spielen. Wir haben da immer ein tolles junges Team, das das mit mir zusammen organisiert, und da freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue, wenn man diese Freude, die wir haben, dann auch auf die anderen weitergeben kann.

Fabian: Apropos junges Team und Ausrichtung. Es kennen bestimmt einige meine Berichte zum Staufer, bei dem du uns für die ersten Tage im Jahr beheimatest. Wie kamst du dazu?

Simon: Das Staufer Open ist ein Herzens-Turnier von mir. 2004 war ich zum ersten Mal mit drei Spielern aus meinem Verein dort und habe noch selbst mitgespielt. Der Termin vom 01. bis zum 06. Januar passt wunderbar; es sind immer Ferien. Außerdem kenne ich eigentlich keinen schöneren Turnierort. Das Kongresszentrum Schwäbisch Gmünd mit diesem riesigen Eingangsbereich und dem großen Foyerbereich… Man hat unendlich viel Platz; es wirkt alles sehr edel, und die Menschen aus Schwäbischen Gmünd sind außerdem so unglaublich sympathisch, dass man da schnell Freundschaften schließt. So führte das dazu, dass wir ab 2006 mit einer Gruppe von 12 bis 15 Leuten in ein damaliges Selbstversorgungshaus fuhren, und der Bedarf wurde immer größer.

Fabian: Nicht das Haus, in dem ich dieses Jahr war?

Simon: Nein, das haben wir seit 2016. Da hatte ich anfangs Respekt vor, weil es galt, dort mindestens 40 Personen unterzubringen, was ein großer Sprung war. Vorher war es eine gemütliche Truppe mit drei Autos, aber immer mehr wollten mitmachen. Das Haus gehörte früher der Kirche und war zu der Zeit besetzt, aber seitdem sie es verkauft hat, sind wir da drin. Im Prinzip ist es wie eine Jugendherberge, die wir selbst bewirtschaften. Kochen ist meine große Leidenschaft. Das mache ich gerne.

Fabian: Ich treffe dich ja gerne früh morgens, wenn noch alle anderen schlafen…

Simon: Im Gemeinschaftsraum, ja. Das Haus hat einen großen Gemeinschaftsraum, in dem man den ganzen Tag über, wenn man nicht Schach spielt, eine wunderbare gemeinsame Zeit verbringt. Da haben die Handys plötzlich nur eine absolute Nebenrolle, Fernseher gibt es auch nicht im Haus, oft gibt es irgendwelche Spielerunden oder es geht um das Miteinander. Wenn ich nicht selbst koche, genieße ich das auch.

Fabian: Das habe ich gemerkt. Und ihr kocht für alle zwei Mal am Tag warm.

Simon: Ich habe in der Regel ein Team aus drei netten jungen Menschen dabei, die mich bei der Versorgung gerne unterstützen. Das ist immer sehr gut zusammengestellt, weil wir rund um die Uhr in der Küche gut miteinander harmonieren müssen. Bisher hat das immer einwandfrei geklappt, sodass auch die Zeit, die wir als Küchenteam zusammen verbringen, eine große Freude ist.

Und das Turnier hat neun Runden, was nicht so oft angeboten wird. Häufig haben Turniere ja nur noch fünf oder sieben Runden, was das Staufer sehr attraktiv macht. Außerdem ist es eines der größten Turniere in Deutschland, was das Paket zur alljährlichen Freude macht.


Temporäre Information: Im Sinne des Schachs gehört in die Reihe "Mattgesetzt" auch jeweils eine Schachpartie 3+2s. Bis wir eine korrekte Einbindung der PGN in diesen Beitrag bereitstellen können, ist diese in einer Lichess-Studie zu finden: https://lichess.org/study/xjynyLav/mByAS6Xf

Information: Mit meinem Sieg ist das laufende Resultat der Blitzpartien bei 5,5:5,5. Habt auch ihr etwas zum organisierten Schach in Hessen zu sagen, oder kennt jemanden, der dies hat? Meldet euch gerne unter oeffentlichkeitsarbeit@hessischer-schachverband.de